Projekt
POLYMEER hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Aufbau einer neuen biobasierten Wertschöpfungskette für Biokunststoffprodukte zu leisten – von der nachhaltigen Beschaffung bis hin zur effektiven Nutzung des Potenzials der Wiederverwertung von Brauerei-Getreideschlempe (BSG). Dies beinhaltet die effiziente Umwandlung von feuchter BSG in vielseitige Biokunststoffe, die auf drei entscheidende Anwendungsbereiche zugeschnitten sind. Diese Anwendungsbereiche zeichnen sich durch technische Anforderungen aus, die bestehende Biokunststoffe nur schwer erfüllen können oder in denen herkömmliche fossile Kunststoffe nach wie vor dominieren: 1) für den landwirtschaftlichen Einsatz geeignete Mulchfolien, 2) Textilien für die Automobilindustrie und 3) Sekundärverpackungsfolien für industrielle Zwecke, die recycelt und/oder in bestimmten Umgebungen biologisch abbaubar sind. Das Projekt ist ein ganzheitliches Vorhaben, das darauf abzielt, dieses Ziel zu erreichen. Es umfasst den gesamten Produktionsprozess, beginnend mit der Fraktionierung von BSG in wichtige Biopolymere, vor allem Zellulose, Hemicellulose und Lignin. Diese wertvollen Komponenten werden dann unter Nutzung umweltfreundlicher, abfallminimierter Verfahren in spezifische Polymere und Copolymere umgewandelt. Schließlich werden wir durch Mischen, Formulierung und Verarbeitung hochmoderne Biokunststoffe herstellen, die für die jeweiligen Anwendungsbereiche geeignet sind. Die vielversprechendsten Ergebnisse aus unserer Produktion im Labormaßstab werden hochskaliert, um die wirtschaftliche und technische Machbarkeit nachzuweisen und den Weg für eine Markteinführung innerhalb von 3–5 Jahren nach Projektabschluss zu ebnen. Darüber hinaus bewerten wir die Eigenschaften dieser Materialien gründlich und berücksichtigen dabei ihre ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen bei der Großserienproduktion. Wir gewährleisten die Produktsicherheit und untersuchen während des gesamten Produktionsprozesses das Potenzial zur biologischen Abbaubarkeit sowie mögliche Recyclingverfahren.
Im Kern geht es bei POLYMEER nicht nur um Biokunststoffe; es geht darum, Nachhaltigkeit in der Biokunststoffindustrie mit maßgeschneiderten Lösungen auf Basis von BSG neu zu definieren.
Koordinator
UNIVERSITA DEGLI STUDI DI PERUGIA (Italien)
Partner
UNIVERSITÄT PERUGIA (Italien), UNIVERSITÄT ROM „LA SAPIENZA“ (Italien), BIO BASE EUROPE PILOT PLANT VZW (Belgien), NEXT TECHNOLOGY TECNOTESSILE SOCIETA NAZIONALE DI RICERCA R L (Italien), LOMARTOV SL (Spanien), ZABALA BRUSSELS (Belgien), AIMPLAS – ASOCIACION DE INVESTIGACION DE MATERIALES PLASTICOS Y CONEXAS (Spanien), NORMEC OWS (Belgien), BIO-MI DRUSTVO S OGRANICENOM ODGOVORNOSCU ZA PROIZVODNJU, ISTRAZIVANJE I RAZVOJ (Kroatien), UNIVERSITÄT TWENTE (Niederlande), BIRRA PERONI SRL (Italien), DUAL BORGSTENA TEXTILE PORTUGAL LDA (Portugal), FRAUNHOFER GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG EV (Deutschland), INVESTORNET-GATE2GROWTH APS (Dänemark)
Aufgaben von Normec OWS
- Bewertung der Endprodukte hinsichtlich ihrer Eignung für das organische Recycling durch industrielle Kompostierung (einschließlich biologischer Abbau, Bewertung der Materialeigenschaften (vor allem Schwermetalle), Zersetzung und Auswirkungen auf die Pflanzentoxizität) sowie anaerobe Vergärung
- Untersuchung des biologischen Abbaus der entwickelten Mulchfolien im Boden und Durchführung von Ökotoxizitätstests an den Abbaurückständen



Das Projekt wird vom Gemeinsamen Unternehmen „Circular Bio-based Europe“ (CBE JU) und dessen Mitgliedern unterstützt. Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des CBE JU wider. Weder die Europäische Union noch das CBE JU können dafür haftbar gemacht werden.