
Projekt
In der Pflanzenproduktion verwendete landwirtschaftliche Kunststoffe verbleiben nach dem Einsatz häufig im Boden. Die anhaltende Anreicherung von Kunststoffen führt zur Freisetzung von Mikroplastik und giftigen Substanzen, was zu Bodenverschmutzung führt und Ökosysteme bedroht. Einwegkunststoffe geben Anlass zu besonderer Sorge, da ihre Rückgewinnung kaum praktikabel ist. Um diese Auswirkungen zu mindern, strebt die EU bis 2030 an, 1) die Produktion fossiler Kunststoffe um 20 % zu reduzieren und 2) die Freisetzung von Mikroplastik in die Umwelt um 30 % zu senken. Als Reaktion darauf entstehen biobasierte Alternativen, da diese im Boden sicher biologisch abbaubar sind. Es bedarf jedoch weiterer Entwicklungen, um biologisch abbaubare Technologien zu schaffen, die leistungsstark und kosteneffizient sind. INSOIL bekämpft die Verschmutzung durch landwirtschaftliche Kunststoffe durch die Entwicklung von drei Produktfamilien vollständig biobasierter, im Boden sicher biologisch abbaubarer Produkte in Form von Mulchfolien, Pflanzenschutzvorrichtungen und Düngemitteln mit kontrollierter Freisetzung (CRFs), um weit verbreitete Einwegkunststoffe im Pflanzenbau zu ersetzen. Diese drei Produktfamilien basieren auf nachhaltigem PHA in Kombination mit maßgeschneiderten Additiven (MFCs, modifizierte Lignine), was einen programmierten biologischen Abbau ermöglicht, der auf bestimmte Klimabedingungen und Kulturpflanzen abgestimmt ist. Sie werden mit aktiven Bioprodukten (organisches NPK, Biostimulanzien, biobasierte Pflanzenschutzmittel) angereichert, um ihre Funktionalität, ihren Mehrwert und ihre Akzeptanz zu steigern. Die INSOIL-Agrarprodukte werden gemeinsam mit Endnutzern (TRL 8) im Feld bei relevanten Gemüse- und Obstbaumsorten in Süd- und Nordeuropa validiert. SSbD-Experten werden die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen, politische Empfehlungen werden relevante Vorschriften und Standards vorantreiben, und kreislauforientierte Geschäftsmodelle werden die Marktakzeptanz gewährleisten. Bis 2035 wird die Vermarktung der INSOIL-Agrarprodukte die Freisetzung von (Mikro-)Kunststoffen (5.820 Tonnen) und den Einsatz von Agrochemikalien (4.000 Tonnen) reduzieren, wodurch die CO₂-Emissionen um 16.000 Tonnen gesenkt werden und gleichzeitig Einsparungen in Höhe von 17,4 Mio. € für Landwirte erzielt werden. INSOIL wird somit zu einer sicheren Lebensmittelversorgung beitragen und die Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit der biobasierten Wertschöpfungsketten in der EU stärken.
Koordinator
INSTITUTO TECNOLOGICO DEL EMBALAJE, TRANSPORTE Y LOGISTICA (Spanien)
Partner
INSTITUTO TECNOLOGICO DEL EMBALAJE, TRANSPORTE Y LOGISTICA (Spanien), SABIO SRL (Italien), HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN HAMBURG (Deutschland), EUROPEAN BIOPLASTICS EV (Deutschland), ALMA MATER STUDIORUM – UNIVERSITÄT BOLOGNA (Italien), CAPSULAE (Frankreich), PARTICULA GROUP DRUSTVO S OGRANICENOM ODGOVORNOSCU ZA ISTRAZIVANJE RAZVOJ I PROIZVODNJU (Kroatien), IVL SVENSKA MILJOEINSTITUTET AB (Schweden), ASOCIACION VALENCIANA DE AGRICULTORES (Spanien), NORMEC OWS (Belgien), TEKNOLOGIAN TUTKIMUSKESKUS VTT OY (Finnland), NORCE NORWEGIAN RESEARCH CENTRE AS (Norwegen), NOVAMONT SPA (Italien), UNIVERSITAT JAUME I DE CASTELLON (Spanien), CO2BIOCLEAN GMBH (Deutschland), BOERENBOND PROJECTEN (Belgien)
Aufgaben von Normec OWS
- Biologischer Abbau und ökotoxikologische Bewertung von INSOIL-Agrarprodukten in verschiedenen Umgebungen, einschließlich Hochdurchsatz-Tests
- Untersuchung der Mikroplastikbildung durch Extraktionsverfahren
- Bewertung der Eignung der Agrarprodukte für das organische Recycling durch industrielle Kompostierung und anaerobe Vergärung
- Beitrag zur Entwicklung neuer Normen oder zur Überarbeitung bestehender Normen



Das Projekt wird vom Gemeinsamen Unternehmen „Circular Bio-based Europe“ (CBE JU) und dessen Mitgliedern unterstützt. Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des CBE JU wider. Weder die Europäische Union noch das CBE JU können dafür verantwortlich gemacht werden.
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